Was könnte das wohl sein?
Obschon wir ihn alle kennen und nicht umsonst hier ganz bewusst sogar sagen, es
ist ein Dienst an der Freundschaft. Nicht Hilfe allein, sondern wahrhafte
Arbeit. Ein Gefallen den man bewusst und tätlich tut.
Alle Jahre wieder hoffen
wir, das unsere Freunde ihn für uns tun, uns dabei helfen, denn wir haben nicht
das grosse Geld und oder wollen doch etwas sparen. Alle Jahre wieder werden wir
von unseren Freunden gefragt, ob wir Hand anlegen könnten.
Wobei?
Beim Umzug. Nichts zeigt deutlicher,
wie viel einem eine Freundschaft wert ist. Denn es heisst ja immer, mit euren Taten
sollte ihr es beweisen. Oder so.
Leider könne wir nicht
immer genau dann helfen, selbst wenn wir wollten, weil, weil, weil...
Oft aber könnten wir im
Grunde, aber führen Gründe über Gründe an, weil wir im Grunde nicht wollen.
Viele würden fast alles tun, aber eben nur fast und beim Umzug zu helfen ist
dabei oft nicht dabei.
Wer viele Leute kennt ist
hier im Vorteil, denn meist kommt, wenn es hoch kommt, gerade einmal die Hälfte
der Freunde und Bekannten, die zugesagt haben. Absagen gibt es oft mehr als
überhaupt Zusagen kommen.
Wir alle wissen warum dem
so ist. So sehr wir immer wieder schwören, wir seinen gute Freunde, so kneifen
wir gerade hier, obwohl wir doch nichts zu verlieren, eher etwas zu gewinnen
haben.
Wir wissen es liegt an der
Arbeit.
Umzug bedeutet körperliche
Arbeit.
Was sind wir eine bequeme
Generation geworden. Was sind wir so auf unseren eigenen Fixstern bezogen, das
wir die Bedürfnisse Anderer nicht mehr erkennen und als gleichwertig erachten.
Schliesslich erwarten wir doch im Grunde, dass uns jeder auch hilft. Gerade
beim Umzug.
Dennoch kneifen die
Meisten von uns lieber.
Kaum einer gibt dabei
freiwillig zu, das er im Grunde wegen der körperlichen Arbeit meint, dass die Freundschaft
dies Opfer nicht wert sei. Umgekehrt sieht die Meinungsbildung schon anders
aus.
Was aber ist der Preis
einer Freundschaft heute? Warum hat überhaupt die Hilfe bei Freundschaften
einen Preis, wo sie freiwillig sein sollte und auf freier Basis geschieht?
Natürlich erleben wir bei
Umzügen schlechte Organisation, zu schwer oder schlecht gepackte Kisten, oft zu
knappes Zeitmanagement und zu wenig Dankbarkeit(in unseren Augen). Aber
eigentlich ist dies das Wesen eines jeden Umzuges, das immer irgendetwas
unperfekt ist; denn Umzug heisst Veränderung und Abenteuer, anpacken und los
lassen. Umzug heisst sich mit teils fremden Leuten zusammenschliessen und
gemeinsam schwere Dinge schleppen. Offen für neue Begegnungen sein und dabei am
gleichen Strang ziehen.
Selten gibt es die
Gelegenheit einer solchen Vorurteilsfreien und Erfahrungsreichen Begegnung.
Selten ist man so fröhlich
erschöpft, wie nach einem Umzug und weiss was das eigene Tageswerk war. Selten
haben wir die Gelegenheit so unbeschwert und doch mit Mühe, über uns hinaus zu
wachsen.
Warum dann fürchten wir
uns so sehr bei Umzügen zu helfen, sei es von Freunden, Bekannten und
Verwandten? Schon gar nicht Fremden oder Freunden von Freunden mag mehr so
recht geholfen werden.
Dies war noch einige Jahre
zuvor deutlich anders.
Hat uns also die
Konzentration auf unsere absolute und egozentrische Selbstverwirklichung
einander aus dem Augen verlieren lassen? Können wir wirklich nur noch helfen,
wenn es uns nichts kostet oder wir davon vermeintlich profitieren? Geht es nur,
wenn wir minimalsten Kraftaufwand anwenden müssen. Oder haben wir das Opfern
für den guten Zweck einfach verlernt, vergessen? Ist es die Angst, dass wir
aufgrund der Erfahrung der letzten Umzüge, am Ende mehr arbeiten zu müssen als
gewollt, was uns abhält? Denn wo einst viele Beteiligten waren, sind heute oft
nur noch 4- 5 Leute am Heben und Bewegen.
Sollte es nicht aber genau
deswegen ein extra Grund sein zu helfen?! Ich denke schon.
Warum wir aber mittlerweile
so viel Angst haben zu helfen, das könnt ihr liebe Lese gerne einmal erläutern.
Welche Theorien habt ihr? Woran liegt das? Was kann man tun, dies zu ändern,
ausser positivem Denken? Wie und wo können wir der Unverbindlichkeit unserer
Zeit etwas entgegensetzen und den Weg zu mehr gemeinsamen Erleben zurück
erobern?
Licht & Liebe

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