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Mittwoch, 8. Oktober 2014

Respektloses Pflegepersonal!? Eine Antwort.


In den letzten Tagen ist wieder einmal ein Video aufgetaucht, was unsagbare Zustände in der Altenpflege zeigte. Genauer, hier handelte es sich um Personal, das respektlos mit den Betroffenen umging. Die Unfassbarkeit dieser Handlungen ist in vielen Kommentaren zu Wort gekommen und auch die Angst, die viele nun umtreibt, einmal selbst so etwas erleben zu müssen oder das ihre Eltern dies durchstehen sollen.
Das es gerade in der Altenpflege teils gravierende Mängel gibt ist seit Jahren bekannt, jedoch gibt die Presse ein sehr einseitiges Bild ab, was es mit der Wirklichkeit auf sich hat.

Unbestreitbar ist, das sich die allgemeine Lage zusehends verschlechtert.
Wer aber trägt nun die Schuld an dieser Entwicklung?
Viele sind sich einig, es ist die Politik und gelegentlich wird auch von den Eigentümern der Heime gesprochen. 
Stimmt das so? Und sind nur diese schuld?
Schauen wir uns das einmal etwas genauer an. 
Die Politik, genauer die Gesundheitspolitik hat sich tatsächlich bisher nicht wirklich im Sinne des Verbrauchers entwickelt. Die gesetzlichen Regelungen sind kaum verändert worden, ja gelegentlich nur etwas verschärft worden- jedoch nur im Bereich der Kontrollen, nichts aber wurde gemacht um Ursachen zu bekämpfen, zu mindern, die Vorraussetzungen für eine bessere Pflege zu schaffen. Hohle Worte bisher auch von der Bundeskanzlerin, die zwar respektvoll von der Pflege spricht, aber nicht zugeben mag, das viele Verschlechterungen gerade aus ihrer Feder stammen. Die Gesundheitsreform ist unter mit ihr zusammen geschaffen worden. Der anfänglichen Verbesserung finanziell ist ein Umbruch in das volle Gegenteil entsprungen. Der Konkurrenzkampf wurde erhöht und die Privatisierung gefördert. Zwangsläufig, aufgrund neuer Regelungen auch in der Bezahlung der Leistungen. 
Und wo wir schon beim Geld sind, so haben die letzten Gesundheitsminister alles andere dafür getan, die Probleme der Kassen zu Gunsten und im Sinne des Bürgers zu regeln. Ganz im Gegenteil wurde bisher, entgegen der Wahlversprechen, immer wieder die Zuzahlung des Steuerzahlers erhöht. Statt die Pflegekassen zu reformieren, vielleicht gar mit etwas Anderem zu ersetzen, da der Aufbau der Pflegekassen von Anfang an falsch konzipiert war, drückt man sich bisher davor und setzt auf mehr Einnahmen vom kleinen Mann. 
Nun arbeitet die Politik mit Verbänden zusammen, wie zum Beispiel Verdi und dem Medizinischem Kontrolldienst der Krankenkassen. 
Verdi hat es aber leider bisher nicht geschafft, die Politik auf seine Seite zu holen und die Arbeitgeber und Eigentümer davon zu überzeugen, das es auch einen anderen Weg in der Zukunft geben kann. Ausserdem kämpft Verdi fast ausschliesslich für die Krankenhäuser und lässt Heime und Hauskrankenpflegen links liegen. Zudem haben es die Arbeitgeber in der Altenpflege erfolgreich verstanden dem Personal genug Angst zu machen, sich über Verdi zu engagieren und einen Betriebsrat gründen zu können. Der Betriebsrat, klug umgesetzt und besetzt, kann eine grosse Hilfe für alle Beteiligten sein, wird aber zunehmend nur als Gegner aufgefasst und stark bekämpft. Viele Kollegen wissen nicht einmal, wie sie ohne Probleme an Verdi und einer Gründung eines eigenen Betriebsrates kommen. Dabei ist dies durchaus recht einfach. Grundsätzlich. Nun gibt es aber noch mehr Gewerkschaften und Vereine, jedoch ist deren Zusammenarbeit äusserst schwierig, da vor allem alleine statt zusammen gearbeitet wird. Gleiche Ziele aber grosses Misstrauen untereinander und vor allem verschiedene Auffassungen, wie der Arbeitskampf ausgeführt werden sollte. Hier spielt das Gelernte eine grosse Rolle, denn gerade dem Pflegepersonal ist oftmals eingeimpft, dass der Betroffene nicht unter dem Arbeitskampf leiden darf. Jedoch vergessen viele, dass dies genau das Druckmittel ist, was sie haben und einsetzten müssen. Streiks müssen für den Arbeitgeber weh tun und vor allem für die Politik. Doch  hier zeigt sich, das die Pressearbeit für derlei Aktionen ein Stiefkind ist, statt sie intelligent zu nutzen, als Medium für Personal und Betroffenen. 
Aber dazu später mehr. 
Die Kontrollinstanzen, eigentlich sollten es tatsächlich Mehrere sein, jedoch hat der MDK- Medizinische Kontrolldienst der Krankenkassen- es blendend verstanden sich so stark zu positionieren, das Andere fast keine Chance haben sich zu profilieren. Diese Instanzen sollen die Pflege sichern laut Auftrag. Sie haben, und tun das noch immer, schwarze Schafe entblößt und sorgen für Bereinigung auf dem Markt. Jedoch deren Ergebnisse sind nicht nur fraglich in ihrem Nutzen, sie verfälschen gar das Bild was sie abgeben sollten und zeigen eines, das zur Bewertung und Qualitätssicherung nichts taugt. 
Wie die Pflege tatsächlich ausgeführt wird weist sie nicht nach, nur was dokumentiert wird und ob gesetzliche Vorschriften eingehalten werden. Gelegentlich ist sie hier tatsächlich ein Ratgeber und lässt den Verbraucher verstehen, warum es welche Regelung gibt, denn es sind durchaus etliche Bestimmungen, die tatsächlich Sinn machen, dabei. 
Jedoch ist das nicht alles was sie tut. Sie bestimmt auch, wie pflegeaufwändig jemand ist und da scheiden sich die Geister, denn der berechnete Aufwand stimmt zu grossen Teilen gar nicht mit dem tatsächlichem Aufwand überein. Das hat schlicht damit zu tun, das Fachfremde einen Wert errechnen, der am gesunden Menschen erprobt wurde und mit dem Kranken und Schwachen nichts gemein hat. 
Eine Einschätzung des Pflegaufwandes macht grundsätzlich Sinn, aber sie ist bei uns in Deutschland an Geld gekoppelt und an bürokratischen Aufwand, der sich fern der Bedürfnisse bewegt. Entstanden ist dieses Bewertungssystem durch die Pflegekassen, da sie der Hauptgeldgeber sind für Pflegebedürftige. Leider wurde bis heute die Alterspyramide nicht beachtet und so ist dieses System zum Scheitern verurteilt. 
Da zudem nun dadurch mehr denn je Geld gespart werden muss sind die Angaben nicht nur strenger geworden, sondern auch viele Prüfer gezwungen sich streng nach Protokoll zu verhalten, zudem sie einem Erfolgsdruck ausgesetzt sind, da die meisten Prüfer nicht angestellt sind, sondern auf Vertragsbasis arbeiten. Auch ist die Prüfungszeit offiziell ausreichend, jedoch in der Realität oft anders umgesetzt, da der Prüfer sonst zu wenig verdient. Oftmals erlebt man dadurch, das Einspruch erhoben werden muss, was aber Zeit kostet und vor allem Geld, das nicht eingenommen werden kann. Angesicht dieser Realität muss man dem Staat völliges Versagen attestieren, seinen Bürgern das Gleichheits/recht/gesetzt zu garantieren und vor allem die Menschenwürde.
Leider sind dies aber nicht alle Schuldigen im Spiel. 
Pflegeheime sind Profitorientiert ausgerichtet. Die eigentlichen Eigentümer sind oft nicht bekannt oder so sehr im Hintergrund, das hier kaum eingewirkt werden kann. Oft ist die Organisationsstruktur von Unternehmen so geregelt, das zugleich Verlust und Gewinn gemacht werden kann.
Scheinbar ein Paradox doch in der Realität durchaus sehr gut ausführbar. Sprich, die Basis verdient das Geld und bei Ketten wird es auf alle Häuser/Heime verteilt und vor allem erst einmal nach oben. Gewinne eines Hauses gehen nicht unbedingt an das Haus selbst zurück. Häufig befinden sich die Unternehmer an der Börse und so muss Gewinn gemacht werden und zwar nach oben hin. Dies ist aber immer öfter kaum umzusetzen, weshalb bei den grössten Ausgabeblöcken gespart wird. Dem Personal und der Instandhaltung. 
Heimleiter versuchen hier oftmals einen Spagat. Sie brauchen gutes Personal, das aber gut bezahlt sein will und müssen zugleich schauen, das sich ihre Pflege lohnt und dazu braucht es möglichst pflegeaufwändige Menschen, die von der gleichen Anzahl Personal betreut werden sollen, wie wenn es für nur leichte Pflege währe. Fakt ist, dass die Vorschriften der Krankenkassen und Pflegeversicherungen vor allem wenig Fachpersonal vorschreiben, aber immer mehr fordern, gerade auch im Nachweis der Arbeit. Die Arbeitsbelastung der Fachkräfte ist daher oft sehr hoch und auch ihre Verantwortung. Zumal sich viele zusätzlich an der allgemeinen Pflege beteiligen müssen, wozu sie eigentlich keine Zeit haben.
Das hat dazu geführt das es einen Fachkräftemangel gibt. Denn der Lohn ist erschreckend gering für die Leistungen. Alles aber hängt auch von einer Heimleitung ab, die zusammen mit einer Pflegeleitung es versteht, ein Haus wirtschaftlich und sinnvoll zu planen und zu gestalten. Leider werden Pflegeleitungen noch mehr ausgenutzt und so ist aus einem aktraktivem Berufsziel ein Horrorjob geworden. An ihnen fehlt es daher noch mehr. 
Die Lage ist aber auch dem Pflegepersonal selbst zuzuschreiben. Zu lange haben sie nichts gesagt. Zu lange haben sie nicht aufbegehrt. Zu lange wurde alles stilschweigend mitgemacht. Zu lange unkritisch die eigene Haltung gesehen. Zu lange haben sich die Meisten nur als Opfer betrachtet. Zu lange haben sie sich nur passiv gewehrt oder am falschen Manne. Sie haben die Familien leiden lassen. Sie haben die Betroffenen leiden lassen. Sie haben sich abgestumpft und den eigenen Respekt verloren- vor sich selber und vor Anderen. Sie haben es sich all zu oft bequem in ihrer Lage gemacht und zu oft selbst mit dem schlechtesten Gehalt noch gearbeitet. Sie haben ihre Rechte zu selten eingefordert und sich fast nie um das Erwerben des Wissens darüber gekümmert. Sie haben zu lange stillschweigend zugeschaut, wie Kollegen Alkoholiker wurden, Tablettensüchtig wurden, Selbstmord begingen oder sich körperlich kaputt gearbeitet haben. Sie haben zu lange weggeschaut, wenn einer Unrecht tat, wenn verbale Aggression ausgetragen wurde und wenn die Grenzen überschritten wurden. Sie haben zu lange sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz geduldet, auch vor allem von den Betroffenen, ihren alten Menschen und deren Angehörigen. Sie haben sich viel zu lange gegenseitig das Leben schwer gemacht, aus Angst vor sich selber. Sie beginnen erst jetzt sich ihrer eigenen Verantwortung bewusst zu werden, was Menschlichkeit und Menschenwürde ist- die Eigene und die der Anderen. Sie beginnen zu verstehen, das sie Forderungen laut und ohne Rücksicht stellen müssen und das sie aufhören müssen sich zu entschuldigen, für etwas das sie nicht verursacht haben. Sie begreifen so langsam, das auch die Betroffenen eine Mitschuld an der Lage tragen, denn die Vorstellungen was heute Pflege sein soll ist oft falsch und nicht erfüllbar. Zudem haben wir alle in den die letzten 30 bis 40 Jahre versäumt ernsthaft den Bedingungen etwas entgegen zu setzten. Ja, wir tragen alle eine Mitschuld. 
So muss ein Jeder sich also selbst einmal im Spiegel betrachten und eingestehen, er hat bisher versagt.
Zuletzt sei noch einmal die Presse erwähnt, die es uns bisher kaum ermöglicht, ein positives Bild zu sehen für die Zukunft, denn negative Schlagzeilen sind einfach zu schön. 
Ironie beiseite, wir haben hier viele Gründe, das hauptsächlich viel Lobbyistenarbeit dahinter steckt. 
Was kann man dagegen tun? Nun, es müssen die Probleme klar bezeichnet werden, aber auch all die positiven Entwicklungen die es gibt. Häuser die wunderbar funktionieren, Menschen die sich einsetzen und die Pflege wirklich wieder zu einem schönen Job werden lassen und natürlich gibt es Heime und ähnliches, wo ein Mensch einen doch recht wunderbaren Lebensabend verbringen kann und das nicht nur wenn man reich ist. Die Drei- Klassen- Medizin, die wir immer mehr haben, ist sicher in naher Zukunft etwas, das man deutlich zugeben und benennen muss, jedoch gibt es Alternativen. 
Aber wir müssen auch endlich selber an die Presse heran gehen, Ihnen das geben was uns nütz und hilft. 
Nennen wir das Kind öffentlich beim Namen und zeigen Möglichkeiten auf. Heime müssen sich endlich mehr Gedanken um ihre eigene Pressearbeit machen. Webseiten sollten durchforstet werden und auch die eigene Aussendarstellung beobachtet, gegebenenfalls korrigiert werden. Kritik muss konstruktiv begegnet werden und das Personal muss sowohl Positives, als auch Unbeliebtes weitergeben können.  Pflegekräfte sollten sich zudem glaubhaft darstellen können und positionieren und auch Streiks gemeinsam durchführen können. 
Dieses Druckmittel ist legitim und notwendig. 
Nur so kann der Überlastung und Abstumpfung des Personals und der Respektlosigkeit gegenüber Betroffenen entgegengewirkt werden. Nur so werden wir Richtung Verbesserung gehen können.
Alles das zeigt, wie komplex das Thema ist und wie wichtig eine ernsthafte Auseinandersetzung und Bearbeitung ist.

Mit diesen Gedanken verbleibe ich und wünsche allen ganz viel Licht & Liebe

Sonntag, 25. August 2013

Altenpflege- eine aktuelle Bestandsaufnahme

Nach all den Postings zu Filmen, wieder einmal eines in ernsterer Angelegenheit.
Immer wieder wird vom Pflegenotstand gesprochen, davon das es Fehler gibt und das soviel Unheil passiert in der Pflege. 
Auch geht es an den Menschen immer weniger spurlos vorbei, wie stark die Lobbyarbeit betrieben wird. Zudem, wer die Presse etwas aufmerksamer verfolgt, wird feststellen müssen, wie unterschiedlich die Presse reagiert, aufgrund der Lobbyisten. Da wird einmal für, dann wieder gegen das Pflegepersonal geschrieben zum Beispiel. Mal sind sie die Guten, besonders dann wenn die hohe Politik sich positiv hervor tun möchte, dann wieder sind sie die Schlimmen, brutalen und herzlosesten Menschen, wenn es um die Versorgung der Betroffenen geht. Daraus resultieren dann Ratschläge in den Medien, die selbstredend die Erwartungshaltung der Betroffenen und deren Angehörigen nach oben treibt, welche durchaus nachvollziehbar ist, aber gelegentlich weit über das Ziel hinaus schiesst und man für das vermeintlich viele Geld das man zahlt dann auch die höchsten Leistungen haben möchte. 
Beschränken wir uns einmal nur auf die Altenpflege. Hier habe ich gerade Auszubildende in der Prüfung begleitet. Was erwartet denn diese? Wie starten diese in den Beruf, welcher bedeutet das Menschen für und am Menschen tätig sind. 
Ab von der Tatsache, das viele junge Leute heute ganz andere Bedingungen in ihrer Ausbildung haben und selber in ihrer Entwicklung ganz woanders stehen als die Generation davor, oder diejenigen, welche noch vor 20 Jahren ihre Ausbildung abgeschlossen haben. Kann man hierzu nur sagen, viel sollen sie lernen, wenig können sie erproben, denn dank irrwitziger Stellenschlüssel werden sie meist als volle Fachkraft von Anfang an eingesetzt, statt nebenher zu laufen und zu lernen, zu erproben und zu studieren. So lernt man natürlich nur einen Bruchteil, der ihnen in der Theorie dargelegt wird tatsächlich. Zudem das gelernte in der Schule sich immer noch teilweise stark von der tatsächlichen Realität im Heim oder Krankenhaus unterscheidet. Somit gibt es keine effiziente Ausbildung und attraktiv wird diese damit auch nicht. Nicht umsonst gibt es gerade in der Pflege mittlerweile eine immens hohe Anzahl von Abbrechern. Wer ist da unsere Zukunft, wenn schon früher die Zahl derjenigen die nach 10 bis 15 Jahren im Beruf noch arbeiten, nur noch an die 20 Prozent betrug?! 
Nun aber kommen sie nach der Prüfung in ihre erste Anstellung als ausgebildete Fachkraft und müssen sich mit dem bereits bekanntem Stellenschlüssel herumschlagen, was bedeutet, sie können das gelernte gar nicht richtig umsetzen. Die Zeitfenster für jeden einzelnen Betroffenen sind so gering, das eine wirkliche persönliche und adäquate Auseinandersetzung kaum möglich ist und die Pflegekräfte sich verbiegen müssen, um dem Pflegeleitbild auch nur einigermassen gerecht zu werden. 
Das Bild was viele Aussenstehende von dem Beruf haben ist allerdings nach wie vor das eines "Gesäss- Abputzers" und "Brei- Fütterers". Das Pflegekräfte aber vielmehr tun und vieles davon gar nicht abgerechnet werden kann, das sie nicht nur Waschen helfen, sondern auch zuhören, Orientierung geben, im Sterben begleiten, Veränderungen als erste und Hautnah erkennen, um dann entsprechend zu reagieren, das alles will man oft nicht sehen und weiss man oft nicht zu schätzen. Wie oft wird geklagt das dies und jenes nicht in Ordnung sei und alles muss immer gleich und sofort erledigt werden. Sicher ist, keiner will den Job machen, aber die die ihn machen, sollen ihn perfekt machen, obwohl sie auch nur Menschen sind, die ihre Pause brauchen, nur zwei Arme und Ohren haben und doch immer  mehr müssen sie davon gleich alles in zehnfacher Ausführung haben, denn sonst machen sie ja schlechte Arbeit. Das sie zudem schlecht dafür bezahlt werden ist kein Geheimnis, aber da sie nicht auf die Strasse gehen, passt es der Politik alles so wie es ist und keiner mag und kann sich beschweren. 
Kann sich keiner beschweren darüber? Wohl doch, aber hier greift immer noch zu sehr das schlechte Gewissen, das man nicht eben auf die Strasse gehen kann, weil, wer versorgt dann die Betroffenen? Nur wo keine Lobby ist, ist das leider das einzige Druckmittel.
So kommt es, das Pflegende oft überfordert sind, mehr geben, als sie dürfen, da ja vieles davon nicht abgerechnet wird. 
Seelisch belastet es die Meisten, das sie sich kaum so um die Betroffenen kümmern können, wie sie es gerne täten. Da ist es kein Wunder, das der Krankenstand in der gesamten Branche im letzten Jahr um 10 Prozent angestiegen ist und damit die Spirale nach unten sich verschärft hat, denn nun beginnt die Überlastung und Demotivierrung erst richtig anzufangen. Leider gehen viele Kollegen trotz immenser Überstunden zur Arbeit und trauen sich kaum Überlastungsanzeigen zu schreiben. Das nützt ganz klar den Haupteigentümer der Häuser. So können sie Geld sparen und Gewinne einfahren, die sonst nicht möglich währen, obwohl man doch meinen sollte, Gewinne haben hier nichts zu suchen, ausser als Investition in das eigene Haus. Dem ist aber leider gar nicht so. Die Gewinne gehen für weiter Häuser auf die eröffnet werden, und für die an der Börse notierten Unternehmen bzw Fondeigner. Alles auf Kosten des Personals und der Betroffenen. Leider haben sie dies selbst mit zu verschulden, denn sie sind nicht auf die Strasse gegangen und haben gesagt, stopp- so nicht. Nun ist es an der derzeitigen Generation "Stop!" zu sagen, wenn sie selber in Zukunft etwas anderes will.
Bei den jährlichen Prüfungen die die Einrichtungen über sich ergehen lassen müssen, geht es vorwiegend immer noch nur um "Sicher- Sauber-Satt". Das wird es auch weiterhin, wenn keiner auf die Strasse geht und die Politik zwingt sich endlich ernsthaft um das Problem zu kümmern.
Doch bedenke man, nur überforderte und nicht unterstützte Pflegekräfte werden zum Problem. 
Auch bedenke man das diese Pflegenden Familien haben, die es zu versorgen gilt. Nur wie sollen sie es machen, wenn sie schon Mitte des Monats sich fragen müssen, woher sie das Geld nehmen sollen. Es bleibt ihnen ausser viel, viel Arbeit, daheim häufig nur noch Müdigkeit, Kopfschmerzen und ein kaputter Rücken, verspannte Schultern, welche von den Krankenkassen nicht ernst genommen wird. 
Berufskrankheit? Ach was! Sie haben sich nur nicht physiologisch bewegt. 
Nur wie soll das gehen, wenn man unter Zeitdruck steht, zu zweit die Station von 33 Betroffenen zu bewerkstelligen hat und gleichzeitig noch Arzttermine, Essen und Trinken managen muss. Und wenn dann auch noch Pflegemittel, Küchengeräte und Hygienemittel so angebracht sind, das man beim besten Willen nicht körperschonend arbeiten kann, ist es schon ein Hohn, zu sagen, dies sei nicht der Rede wert. 
Auch vermindert es nicht den Druck, wenn Angehörige täglich kommen, die Firma auf kostensparendes Arbeiten pocht und Ersatzkräfte einfach nicht erlaubt werden, weil sie sparen wollen. Die Flexibilität von Pflegekräften ist oft schon überstrapaziert.  
Doch vergessen sollte man auch nicht, das die meisten der Pflegekräfte ihren Beruf sehr gerne machen. Nur die Bedingungen, die sind einfach beschämend. 
Hier hat im übrigen bisher keine Partei wirklich ein Rezept herausgebracht, was ernsthaft Besserung verspricht und dies auch glaubhaft vermitteln könnte. Das sollte man bei der anstehenden Wahl im Hinterkopf behalten. Denn ich möchte ungern, das all diese noch zu motivierenden Pflegekräfte uns den Rücken zukehren und in's Ausland gehen, weil sie von billigeren Kräften verdrängt werden und weil sie im Ausland bessere Bedingungen vorfinden. 

LICHT & LIEBE

Mittwoch, 18. Juli 2012

Violence in nursing

Guess you have heard or read about this already... isn't it scary? Should never be but happens all the time and more then we think and believe.. not only at home when a daughter is psychologically harm her mother just with words and look. Most time we hear about this sad thing when they came to happen in nursing homes, where old people try to stay as good as they can till death comes and takes them home to heaven or so... No excuses... this should be or is the thinking of the most, but is it so easy? 
As a nurse do I know that one time, all of us nurses meet a patient, a old people who makes us angry and we have to fight hard not to harm them... you wonder why... well sometimes there seems no reason just... a feeling you get when you see someone.. like on the street, when you meet someone you directly know you don't like him... but on the street you can go on, change the sides..like that but when you are a nurse.. officially everyone has to be treat equal... no matter if you like him or her or not... well that's a god point and important to remember and keep in mind...  but actually in real life a big challenge sometimes... because those people you nursing are very near to you, not only physically also .. you know.. they come in your private zone... it's not comfortable to let in someone you don't want to, but we have to, it's part of the job.

But then... there is another side to look at...
What brings staff to harm someone, they never thought would do...
Those old people can act like children.. they can be lazy, don't listen to what you say or explain, can be stubborn, can lie to you, be mad at you without a reason, be offended because they have to do something they can but are to lazy to do... they can be dissatisfied with themselves but instead of seeing this they curse on you... and then you have not much time to work for them but some of them just "need" much more time then they really need -to do the things they have to do, but just because they feel like that... Or you try to give them positive advice but they refuse to take it, or you try to build them up, but they don't give a fuck about that... and all the sexual harassment you get of them... some know very well what they do (and I don't say it's a lie that old people have their needs but then... we are not family, not a friend or a lover for them... ).... yes the older they are the madder it can get.. Man and Woman, no difference... clapping, shouting, flirting, try to get a kiss from you, touching in every way they can... yes they try to touch your ass, your boobs.. or more intimate places... 
A lot to deal with and then too less time, to less stuff.... No wonder that it happens from time to time those sadly things, that people get harmed... sure no one wants that... but as long no one is fighting for a better healthcare, better pay for nurses, more stuff ... that long do we have to read about this...
What you think? Won't you start with talkin' to others about that and help the staff? What do you want when you are old..? How do you think should we deal with this? Will you help?

Love & Light can help... but there's more to do than getting this from me... what you give? What you are ready for?

Freitag, 28. Oktober 2011

Wohin gehen wir nur?

Wohin gehen wir nur in einem System der Pflege, die Menschen krank macht?

Wollen wir alle wirklich so ein Gesundheitssystem wie es jetzt ist, wo Patienten leiden, wo Angestellte leiden, auf Kosten weniger, die sich daran dumm und dämlich verdienen?
Wo wir auf der einen Seite Unterfinanzierung haben und auf der anderen Seite Gewinne, die kaum weitergegeben werden.
Was tun, wenn die Politik von Lobbyisten durchdrungen ist und gegen den Kunden entscheidet?
Wie kann es sein, das Patienten ewig warte müssen, bis sie versorgt werden? Wie kann es sein, das die Pflege alter Menschen entgegen dem Pflegeleitbild/ -pfaden, so kaum durchgeführt werden kann, wie es wünschenswert währe?
Wie kann es sein, das Ärzte keine praktische Ausbildung bekommen, bei der sie wirklich an der Hand geführt werden?
Wie können wir immer noch Medikamente en Masse verschreiben, wenn wir längst wissen, das dies selten gut hilft. Masse ist kaum Klasse. Warum werden immer noch alte Vorurteile gepflegt, statt sich zu öffnen und miteinander zu arbeiten? warum verschliesst sich die westliche Medizin immer noch sosehr gegenüber der östlichen?
Wie bringe ich die Gesellschaft dazu mehr Verantwortung ihrer eigenen Gesundheit gegenüber einzunehmen und weniger sich allein auf die Ärzte zu verlassen? Wie bringe ich eine Gesellschaft dazu sich auf sich selber zu besinnen, als alles der Politik zu überlassen?
Warum muss man immer noch darum kämpfen, mehr Personal zu bekommen, weil es sonst nur noch ausgebrannt ist..? Ja, in der Pflege ist Burnout keine Seltenheit mehr, Alkoholmissbrauch und Medikamentenmissbrauch haben zugenommen. Und doch hört man immer wieder, sie seien lediglich schlecht organisiert, man könne doch die Arbeit schaffen in dem Zeitraum der ihnen gegeben wird. Die Pflegekräfte sollten sich nicht so haben.
Warum nur hören Ärzte eigentlich immer weniger auf das Pflegepersonal, obwohl diese oft besser den Patienten einschätzen können? Die Ausbildung der Fach- und Pfleghilfskräfte wird immer anspruchsvoller und doch wird das Personal immer weniger ernst genommen, geschweige den deren Arbeitsaufwand erkannt, noch anerkannt. Immer mehr darf sich eine Pflegekraft um bürokratisches kümmern, denn sonst besteht die Gefahr in Rechtsfällen haften zu müssen. Gleichzeitig bleibt den Pflegekräften immer weniger Zeit das auszuführen, was geplant wird und gefordert wird, was sie eigentlich auch machen wollten, aber schlicht untergeht, aufgrund der Masse, was selbstredend zur Minderung der Klasse führt und dies wiederum wird den Pflegekräften zur Last gelegt. Obwohl sie immer öfter darauf hinweisen, das es Probleme gibt, das es so kaum zu schaffen ist, das mehr Personal dringend nötig ist; finden sie kaum Gehör. Immer öfter kämpft das Personal schon um Minuten oder Halbtagskräfte, damit sie ihre Arbeit schaffen können. Nicht zuletzt werden sie schlecht bezahlt.
Auch wenn man sich für diesen Job entschieden hat, muss man nicht damit zufrieden sein, was das Gehalt betrifft. !
Pflegekräfte tragen eine immense Verantwortung. Sie sollen alles sein; schlau, tüchtig, stabil, flexibel, ruhig, flink, geschickt, stark, emotionale Anteilnahme leisten können und Hoffnung verbreiten, Menschen auffangen und beruhigen, informieren und dokumentieren, im rechten Augenblick lachen und weinen und dennoch kritisch sein, keine Fehler machen, die Distanz wahren und doch gleichzeitig nah am Kunden sein; sich stetig fortbilden, Toleranz walten und möglichst auf Pausen verzichten und dem Arbeitgeber noch Zeit schenken, die sie eigentlich für ihr eigenes Privatleben brauchen, dieses aber soll der Arbeit untergeordnet werden, wenn möglich, denn ob mit oder ohne Kind, alle drei Schichten sollen bedient werden.

Ja, zu viele Fehler wurden gemacht in den letzten Jahren, nicht zuletzt von den Gewerkschaften selbst. Zu einseitig das Gesundheitssystem unter die Lupe genommen. Zu kurzsichtig gehandelt. Noch immer heisst die Lösung sparen. Noch immer soll der Kunde selber zahlen, statt z.b. die Krankenkassen mit der Pharmaindustrie die Preise neu aushandeln täten.
Noch immer handeln die Chefs nach der Devise Zuckerguss und Peitsche. Zu viele haben vergessen, das ein starkes Team, ein gesundes und effektives Team ist und mehr Freude, mehr Zufriedenheit und damit weniger Fehler und Arbeitsaufwand heisst. Das der gesunde Menschenverstand wieder die grössere Rolle spielen sollte, statt stures und unreflektiertes Handeln. Das Respekt und Anerkennung der Arbeit wichtig ist.
Viel zu sehr hat das Personal selbst angefangen aufzugeben und sich dem Trott ergeben. Viel zu oft haben sie Angst sich zu wehren, zusammenzuschliessen. Viel zu oft wurden Versuche dahingehend vereitelt eine Personalvertretung zustande zu bekommen. Die "Jungen" kennen ihr Rückrad noch nicht, die "Alten" fürchten keinen neuen Job mehr zu bekommen.
Sind sie schlecht informiert? Ja und nein. In der Ausbildung wird Arbeitsrecht bewusst nicht gelehrt oder nur minimal. Das gilt für viele Berufe, leider. Aber zu lesen gibt es viel. Informationsmaterial ist da und wird auch versucht über verschiedene Wege zu vermitteln. Sogar etliche Vereine und Organisationen gibt es., die alle das Ziel haben, sich in die Politik einzumischen und für bessere Bedingungen zu kämpfen. Aber all zu oft werden sie sich nicht einig, kämpfen nur einseitig, kämpfen nur dagegen, statt für eine Lösung und all zu oft trauen sie sich nicht wirklich laut zu werden, denn wer hört denn schon von Ihnen, wer hat von Ihnen schon gross gelesen?

Ja, wir bezahlen den Preis dafür, das in den letzten 40 Jahren nichts getan wurde- wider besseren Wissens, um es besser zu machen, die Situation zu vermeiden, die wir heute haben.
Was also tun, um selber nicht als Betroffener auf lange Sicht leiden zu müssen? Was tun, damit wir im Alter eine bessere Versorgung haben, wenn wir sie benötigen?
Wie schaffe ich am besten ein Bewusstsein für die Ernsthaftigkeit dieser Problematik im Volk?
Ja, im Volk! Nur von hieraus wird sich eine Veränderung erreichen lassen.
Leider mag die Bevölkerung der westlichen Ländern sich nicht gerne mit den Themen Krankheit und Tod, sowie Alter beschäftigen. Es ist ein so grosses Tabu. So gerne wird es weggeschoben, ignoriert, davon weg gerannt. Auch verlassen sich die meisten immer noch auf die Politik, auch wenn sie ihr kaum vertrauen und um die Lobbyisten wissen.
Wie kommen wir von der Theorie zur Praxis? Denn wir wissen um die Probleme und kommenden Probleme im Gesundheitssystem schon so lange, das es eigentlich keinen geben dürfte, der dies nicht mit offenen Augen vor sich sehen kann. Und doch, sind so viele erstaunt, schauen weg, schimpfen auf die falschen Leute.
Wie also schaffe ich Bewusstsein und Courage zur Tat?
Wie kreiere ich am besten Veränderung heute, damit mein Morgen besser?
Wer findet mit mir zusammen Lösungen für eine so grosse Herausforderung?
Sicher, sollten wir im Kleinen weitermachen, was wir begonnen. Reden, aufmerksam machen und den Mund aufmachen, wenn der Chef gewillt ist zuzuhören, aber auch sollten wir den Chef zum zuhören bringen. Muntern wir weiter Kollegen, betroffene und Angehörige auf, sich zu betätigen und für eine Verbesserung einzusetzen. Der Anfang ist bereits oftmals gemacht... machen wir weiter, weiter und immer weiter und.... lasst uns finden.. Zusammenfinden, Lösungen finden und auch mal ganz einfach Lösungen einfordern, für bessere Bedingungen wirklich laut werden!
Und doch frage ich mich, wie schaffe ich dies auf die breite Masse zu transferieren, Lösungen dabei zu erkennen und umzusetzen, denn die Zeit ist reif. Wer kann das Sprachrohr vergrössern, lauter machen, mehr Mut entfachen? Wie schaffe ich es den Verantwortlichen ihre Verantwortung dafür sichtbar zu machen, so dass sie anfangen für neue, bessere Bedingungen zu sorgen? Zu lange und zu oft haben sich viele davor versteckt oder die Dinge schön geredet, die Verantwortung mit einem Schulterzucken weitergereicht und so getan, als wenn sie Machtlos währen...
Wohin wollt ihr gehen..? Wollt ihr den gleichen Weg weiter gehen oder endlich die Kurve hinbekommen?

LOVE & LIGHT