Posts mit dem Label #Leben werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label #Leben werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 29. November 2014

Vielfalt statt Einheit

Vielfalt statt Einheit oder war es Einheit statt Vielfalt?
Mal genau lesen! Was bedeutet das? 
Ein Gegensatz wird hier aufgebaut mit diesen beiden Begriffen. Aber, wartet mal! Ist das so einfach gesagt? Einheit statt Vielfalt oder Vielfalt statt Einheit. Das klingt beides so logisch und doch, ist dort ein Paradox im Kern, denn warum sollten diese beiden Dinge Gegensätze sein? 
Oh, da fällt es einem doch wie Schuppen vor den Augen! Einheit und Vielfalt als Gegensätze für unser Zusammenleben zu nehmen ist das Dilemma unserer Diskussionen und Denkweisen, gerade wenn es um Toleranz und Akzeptanz geht. 

Also bröseln wird das mal auseinander.
Einheit statt Vielfalt ist für eine gesunde Gesellschaft ungesund, denn sie wird zur Einfalt statt Vielfalt. 
Vielfalt statt Einheit bedeutet am Ende, es wird nie eine Einheit möglich sein, obschon wir uns doch gerne einig sein wollen, denn Einheit bedeutet nicht unbedingt Ausgrenzung. 
Einheit darf und kann ein Ganzes sein, bestehend aus Vielfalt. 
Also demnach Vielfalt in Einheit. 
Denn Einheit in Vielfalt würde wieder bedeuten, das die Vielfalt nicht gelten kann auf Dauer.
Aber besser währe vielleicht doch die Einheit mit Vielfalt. 
Würden wir diesen Gedanken annehmen, dann gibt es durchaus berechtigte Hoffnung auf Frieden, im Kleinen wie im Grossen.

Denn wenn ich auf Facebook und in den Zeitungen blättere, mir die Kommentare und Forenbeiträge ansehe, dann fällt mir das Dilemma immer wieder auf und die Zementierung der Egos und des nicht verstehen wollen, des nicht annehmen wollen anderer Ansichten und der nur sehr bedingten Auseinandersetzung mit dem Subjekt, Objekt und der Konsequenzen.
Die Anerkennung der Vielfältigkeit ist der erste Schritt zu einer fruchtbaren Diskussion.
Das Annehmen und Sehen, dass die Dinge nicht nur schwarz oder weiss sind, ja nicht einmal schwarz und weiss, ist eine wichtige Vorraussetzung, um den Grautönen unseres Lebens zu begegnen und damit die Farbigkeit all unseres Lebens zu begreifen. 
Ohne diesen Konsens kommen wir zu keiner friedfertigen und lebenswerten Lösung. 

Denn wenn wir uns den Grautönen verweigern, dann sehen wir unsere eigenen Fehler nicht oder können die Kompliziertheit mancher Gegebenheiten gar nicht wahrnehmen. Denn vieles ist selten so einfach, wie wir es gerne hätten und daher bedarf es oft des genaueren Hinschauens und Nachfragen, aber dies wird immer seltener getan, auch gerade von der Presse, deren Aufgabe dies eigentlich währe. Jedoch müssen wir gar nicht so weit greifen. Schauen wir auf uns selbst, unserer Fähigkeit uns selber zu informieren und eine Meinung zu bilden! All zu wenige nutzen sie und nur ganz wenige schöpfen sie voll aus. Gründe gibt es genug, aber auch genug Gründe es endlich zu tun. Endlich genauer zu schauen und es zu riskieren, das die eigene Meinung revidiert werden muss. 
Ja, wir werden dann nämlich an unser eigenes Ego erinnert und mit ihm konfrontiert.

Würden wir zum Beispiel aufhören ständig im Palestina/ Isreal Konflikt uns auf die Propaganda zu verlassen und dadurch jeweils immer nur eine Seite als gut oder böse anzusehen, dann würden wir zugeben müssen, das beide Länder ihre Fehler machten und machen und schuldig am fortdauern des Konfliktes sind. Aber auch wir müssten uns als Mitschuldig ansehen, denn das sind wir, da auch wir, der ach so tolle Westen, fleissig am Konflikt friggeln. So ist natürlich der Weg auf Frieden stets verbaut und erschwert all denen den Erfolg, die ihn wirklich haben wollen und auch erkannt haben, das alle Seiten ihre Egos herunter schlucken müssen und im Sinne aller gehandelt werden sollte.

Wie am Anfang schon erwähnt brauchen wir eigentlich gar nicht so weit ausholen um ein Beispiel zu finden. Aktuelle Interessenkonflikte im eigenem Lande, ja gar in der eigenen kleinen Welt gibt es genug. 

Nehmen wir einmal die DAH, die sich im "Streit" mit dem "Männer" Magazin befindet. Auslöser war die Tatsache, das man keine Werbeanzeigen mehr schalten wollte in dem Magazin. Begründet mit einem von der Zeitschrift einseitig propagiertem Männerbild. 
Ein wunderbares Beispiel, wie wir oftmals ticken ist dies, denn hier entlud sich eine explosive Kraft, die sich genau aus dem Dilemma speisst, das Einheit oder Vielfalt gegenübergestellt wird. 
So steht seit dem zur Diskussion ob eine Organisation, die alle ansprechen sollte, sich über ein "zu" einseitiges Männerbild beschweren darf und daher deren Kundschaft ignorieren sollte. Gleichzeitig wurde die Pressefreiheit als angegriffen tituliert. 
Und schon schlug es Axt auf Axt, denn fast jeder meinte sich nicht nur positionieren, sondern die Position des anderen auch noch Aberkennen zu müssen. Was ein Trauerspiel!
Wenn wir ein friedliches Miteinander wollen, sollten wir endlich anfangen, die Position des Gegners zu registrieren, was keineswegs bedeutet, wir müssen sie akzeptieren, aber sie in unsere Überlegungen einbeziehen sollten wir schon. Das aber erfordert auch die Auseinandersetzung mit sich selber und den eigenen Schwächen. 
Es hilft reichlich wenig die Schuld jeweils immer wieder dem Anderem zuzuschieben.
Vielfalt zu anerkennen bedeutet eben auch anzuerkennen, das ein Lifestyle- Magazin ein begrenztes Männerbild nutzen darf. Das tun praktisch alle Magazine und dies hat schlicht auch mit Zielgruppen, Marketing und eben Verkauf zu tun. 
Vielfalt zu anerkennen bedeutet aber auch, das eine Organisation sich gerne kritisch dazu äussern darf, sich aber auch fragen lassen muss, warum sie deren Leserschaft aus der Aufklärung und allgemeinen Arbeit ausschliessen muss. 
Vielfalt bedeutet, das sich Chefredakteure und Angestellte der DAH sich mit ihrem Ego zurückhalten, da sie der Diskussion nur mehr Zündstoff für negative Entwicklung geben, statt sie in eine sinnvolle und vor allem positive Richtung zu lenken. Es bedeutet damit auch eventuell Fehler zuzugeben, weil man zu voreilig gehandelt hat oder aus einem gekränktem Ego heraus. 
Vielfalt bedeutet aber auch für alle die Kommentatoren und Leser, das sie ihr Misstrauen aussprechen sollten und dürfen, aber sich vom Hass nicht verleiten sollten, was leider nur all zu deutlich hier zu sehen ist. Die Abneigung einer Person gegenüber, weil man ihr deren Entwicklung nicht abnehmen mag, warum auch immer und daher Unterstellungen dem Raum lässt, was den Hass auf diese Person steigert und so zu unbedachten und unklugen Kommentaren und Meinungsbildung führt. 
Es ist durchaus anzuerkennen, das man eine Person nicht mag, sie aber in Diskredit zu führen ist inakzeptabel und tut der ganzen Sache keinen Gefallen. Gleichwohl sollte eine Person, die sich dessen bewusst ist, es eher vermeiden Öl in's Feuer zu lassen, nur um sein eigenes Ego zu schützen, denn damit wird der Schaden für alle nur grösser. 
Denn das ist was zur Zeit passiert. Statt einer Diskussion um die Wahrnehmung der eigene Vielfalt in der eigenen kleinen Welt, entsteht die verballhornte Abgrenzung und damit werden Risse erzeugt, die wieder nur mit viel Arbeit zusammenwachsen können. 

Und hier kommen wir wieder zurück auf Einheit mit Vielfalt. Wir können alle zusammen unter einen Schirm passen, der die Farben des Regenbogens hat. Wir können alle zusammen sogar den Schirm sein lassen, uns an den Händen fassen und auf die Anderen kleinen Welten zugehen und mit ihnen zusammen unter einem noch grösseren Schirm uns vor dem Regen schützen. Wir können aber denen dann auch zeigen oder die uns auch, wie es trotz Regen ohne Schirm geht und so weiter und so fort. 
Denn der Regen ist nur Regen und wir sind alle aufeinander angewiesen, wollen wir endlich das Zwist in der kleinen, wie grossen Welt vergeht. Wenn wir kleine Kabeleien aushalten können wollen, dann sollten wir öfter erst atmen, dann denken und dann gerne, dann handeln. Bewusst und mit Weitsicht handeln. 

Einheit mit Vielfalt ist unsere Zukunft, denn wir werden dadurch immer anerkennen das jeder ein eigenes Wesen ist, aber auch das wir Gemeinsamkeiten haben, gemeinsame Werte und Ziele haben. Wir können dann Unterschiede tragen, statt sie zu ertragen oder tolerieren. Wir können sie dann akzeptieren und in Ruhe uns fragen, was ist o.k. und wo gehen unsere Grenzen und warum. 

Aktuell werden die Grenzen schwer misshandelt von allen Seiten.
Aber das hat sein Gutes- es rüttelt am Zaun, den wir aufgebaut haben, weil wir so dumm sind.
Reisst den Zaun runter und rüttelt und schüttelt Euch und denkt an die Nächstenliebe, auch wenn ihr nicht immer die Verwandlung eines anderen Menschen nachvollziehen könnt! 
Denkt an den grösseren Rahmen und lehrt einander wieder über den Tellerrand hinaus zu schauen. 
Vielfalt statt Einfalt oder Einheit ist passé!
Sich zu teilen schmerzt am Ende immer nur einen selbst.

Selbstverständlich könnte ich noch viele, viele andere Beispiele nennen, aber ich halte Euch für fähig genug, um selber zu denken, zu suchen, zu finden und Euch selber zu fragen. Warum hasse ich, warum nervt es mich, was steckt wirklich dahinter, was an mir stört mich, das mich das Andere stört? Angst ist selten ein guter Grund sich blind zu halten. Angst füttert den Gegner und der heisst Hass.

Und damit sollte es mit den vielen Buchstaben erst einmal reichen...

LICHT & LIEBE EUCH ALLEN



Donnerstag, 6. November 2014

So ist Paris- a movie

Noch so ein kleines Filmjuwel der sich als eine kleine Anreihung von Episoden, die mehr oder weniger ineinander übergehen, sich kreuzen und schneiden, entpuppt. 
Hier spielt sich alles in Paris ab, einer Stadt der vielen Themen und so ist dieser kleine Film eher eine kleine Sammlung der Melancholie, aber auch des Aufbruches, Mutes und des Annehmen. Eine kleine Starbesetzung macht es sicher leichter sich für einen Abend auf diesen Paristrip einzulassen, der teils tief in den Strassen und Gassen der Stadt spielt. Und das ist das Angenehme an dem Film. Er arbeitet nicht so sehr mit den Klischees, sondern setzt mehr auf die Geschichten und Schauspieler und deren Können. Die Dramaturklaviatur ist eher leise, aber wirkungsvoll. Sie geht zu Herzen und macht zudem leise Hoffnung. Die Schicksalsschläge, so sie geschildert werden, sind alle scheinbar sehr alltäglich und im Grunde sind sie das auch für viele Menschen, was diesem Film zu danken ist, das er dies so als Eindruck hinterlässt. 
Somit ist dies eher ein leiser Film, für einen Herbstabend oder auch einer stillen Winternacht, mit einem Glas Wein oder einer warmen Tasse Schokolade. Letzteres würde ja zu einem Film mit Juliette Binoche passen. 
Der Film ist eine französische Produktion, die aber durchaus an den internationalen Markt angepasst ist, so dass man wunderbar in die Geschichten hineinkommt, als auch am Ende entlassen wird. 
Wer Paris auch einmal eher unspecktakulär erleben will- hier bekommt er den passenden Film.
Mein Geschenk- Tipp für den etwas ruhigeren Abend.

LOVE & LIGHT

Mittwoch, 15. Oktober 2014

Mit Demenz bist du krank!?


Heute mal ein weiteres Thema, das ich aus meiner Arbeit bestens kenne.
Demenz und auch Alzheimer. Beides sind herausfordernde Zustände, jedoch nicht das Gleiche oder Selbe. Unter dem Begriff der Demenz verbirgt sich eine Anzahl von Erkrankungen des Gehirns, die alle die Gemeinsamkeit haben, das es sich um Verluste der Speicherfähigkeit von Informationen betrifft. Dies kann einzelne Bereiche des Gehirns betreffen oder mehrere. 
So können Betroffene sich vielleicht Zahlen nicht mehr merken, oder eine Fremdsprache nicht mehr abrufen. Es kann aber auch sein, das vergessen wurde, wie man sich bewegen, oder essen soll. Während beim Allzheimer ein stetiger und allmählicher Abbau aller Bereiche vorzufinden ist. Alzheimer ist dadurch gekennzeichnet, sich nur in eine Richtung zu entwickeln. In die des Vergessens. 
Bei der Demenz ist kaum vorherzusagen, wie sich diese entwickelt. So kann sich der Zustand stetig verschlechtern, aber auch wieder für kurze Zeit verbessern. Es kann allmählich ein Abbau stattfinden oder es findet nur einmal einer statt und dann verbleibt die Person auf dem Niveau. Sowohl für Betroffene als auch Angehörige ist diese Realität oftmals schwer zu meistern. Denjenigen den es trifft kann es aus der Bahn werfen, sprichwörtlich. Ein Teil verschweigt es vor sich selber, bis es nicht mehr geht. Viele Kompensieren ihre Verluste sehr geschickt und sehr lange. Manche verändern sich im Wesen teils zu sehr unsympathischen Typen. Manch einer wird gar aggressiv, weil er nicht fassen kann was er meint zu wissen. Bedenkt man das viele sehr wohl mitbekommen, das ihr Gehirn nicht mehr tut was es bisher konnte. Es gibt auch viele die es nicht merken oder merken wollen und bis zum eisernen Ende beteuern, das sie geistig fit sind. Nun wird meist erst einmal mit Medizin reagiert und die Diagnose gestellt, mal mehr mal weniger feinfühlig. Oft landen, ja man muss es so nennen, die Betroffenen im Heim. Viele Heime sind personell nicht wirklich darauf ausgelegt und vor allem viele Pflegekräfte vergessen womit sie es zu tun haben, aber auch viele Angehörigen überschätzen ihr Können und die Kraft die es kostet, einen Betroffenen alleine zu betreuen daheim. 
Oftmals ist es einfacher als man denkt aber warum ist es überhaupt so schwer, der ganze Umgang? 
Hier setze ich mal eine provokative Behauptung an. 
Nicht der Begriff der Demenz ist problematisch oder das jemand die Diagnose Alzheimer bekommt- wo wir bis heute nur einen Bruchteil der Ursachen kennen- nein, ich sehe es in der Tatsache, das alle Formen der kognitiven, also der geistigen Einschränkung in diesem Bereich als Erkrankungen angesehen werden. Ich denke, statt diese Menschen als Krank anzusehen, was zum aggieren führt, sollte man es als einen Prozess betrachten, der einem Abschiednehmen gleicht, was zum begleiten führt. Die Menschen nehmen  bewusst, gewollt oder unbewusst Abschied vom Leben, so wie es war. Das ist ein Lernprozess. Betrachten wir es als Anghörige und Pflegepersonal auch aus dieser Perspektive, so lernen wir leichter damit umzugehen und nehmen auch bewusster Abschied. Ein langer Abschied zuweilen, aber eine wunderbare Chance. 
Sehen wir es von dieser Warte aus an, hören wir auf zu aggieren und reagieren statt dessen auf den Menschen und seiner Situation. Wir holen ihn dann dort ab, wo er gerade steht, anstatt ihn zu therapieren und an seinen eigentlichen Bedürfnissen vorbei zu gehen. 
Das ist nämlich, was immer und immer wieder passiert. 
Das ist was soviel Kraft kostet, diesen kranken Menschen zu behandeln, wo es nichts zu behandeln gibt. Ja, ich bin mir bewusst, das es Medikamente gibt,  die den Prozess hinauszögern können, wenn man sie sehr, sehr früh einsetzt. Ja, es sind auch junge Menschen betroffen, wo man bis heute nicht wirklich weiss, warum. 
Jedoch kann ich sagen, das viele im Alter nicht von ungefähr in das Vergessen geraten. Nicht nur unsere Ernährung und Lebensweise sorgt für diese Entwicklung, sondern auch, wen wir im Alter um uns herum haben. Wer alleine lebt, dem fehlt das geistige Austauschprogramm und wer im Heim mit klarem Kopf hineinkommt, wandern dennoch fast immer im Vergessen hinaus. Das kann aber nicht wirklich verwundern, wenn man seinen letzten Lebensabschnitt an einem Ort verbringen muss, das niemals ein Heim sein wird.  
Darum, sehen wir es als Abschied nehmen vom Leben, können wir den Menschen die Freiheit lassen so zu sein, wie sie sind und es gibt Projekte und Demenzhäuser, die genau das machen. Auf den Menschen reagieren, wann auch immer, wie auch immer und wo auch immer er steht. Dann ist die Pflege einfacher, der Umgang leichter und auch daheim würde man aufhören immer Angst zu haben und statt wie ein Hubschrauber über allem zu kreisen, dem Leben vertrauen und zum Beispiel die Mama eben drausen tanzen lassen wie ihr grade ist. Denn diese Betroffenen werden sehr häufig zu Kindern und bei denen reagieren wir auch statt zu aggieren, zu bestimmen oder nur zu fordern und zu verbieten. Am glücklichsten sind doch alle, wenn man einfach schaut, wo man steht. Kurzum, wenn wir aufhören Demenz in all ihren Formen und Alzheimer als blose Erkrankung zu sehen und statt dessen es mehr als einen Schritt im Prozess des Lebens, des Abschiedes nehmen, dann glaube ich, wird der Umgang miteinander wieder  menschenwürdiger werden, denn die Menschenwürde steht auch diesen Menschen zu.
Nicht zu vergessen das die Wahrnehmung als Krankheit oft den Menschen scheinbar die Freiheit gibt die Betroffenen ständig zu mahnen, ihnen Vorschriften zu machen, zu erklären was sie dürfen und was nicht, denn sie seien zwar krank, aber hätten sich doch gefälligst an die gesellschaftlichen Konventionen und Regeln zu halten. Gerade aber das können oder wollen diese aber nicht. Es wird den Betroffen damit die Vollwertigkeit als Mensch genommen. Krank ist gleich unvollständig und hat kein Recht auf eigene Meinung und Lebensgestaltung. 
Deswegen plädiere ich für das Umdenken und sage, es ist ein Teil des Lebensprozesses im Rahmen des Abschieds vom Leben selbst.

Licht & Liebe

Freitag, 19. April 2013

Heute, in der S-Bahn...

Heute auf dem Weg von der Arbeit, in der S-Bahn sitzend, erlebte ich folgende Situation. 
Vor mir eine Mutter mit zwei Kindern, die auf einen Mann, der nebenan sass erst irritiert, dann etwas mit Unbehagen und zum Schluss mit Ablehnung reagierten. Es war zu erkennen, das sie ihn als eher gefährlich und unangenehm einstuften. Die Mutter jedoch erklärte den Kindern nichts und reagierte auch nicht auf deren Reaktion.
Was nun aber war an diesem jungen Mann so besonders? 
Ich hätte es meinen Kindern erklärt.
Er war jung, sah durchaus ungepflegt und schmutzig aus und hatte seltsame Bewegungen, Reaktionen und Aktionen.
Er hatte sichtbar Zwangshandlungen und Ticks. 
Er blätterte in einer Zeitschrift, hielt an, sagte etwas für uns unverständliches, blätterte die Zeitung zu, machte Gesten, als wenn er sich etwas versichern wollte, drehte die Zeitung zweimal um und fing von vorne an, immer und immer wieder. 
Ein Zwang kann jedwede Handlung sein. Die Logik erschliesst sich dem aussenstehenden meist nicht, aber sie wiederholt sich von ein zweimal bis unendlich viele Male oder acht mal und dann Pause und von vorne. In der Regel  sind sie ungefährlich, zumindest für aussenstehende. Das Paradoxe ist, dass der Zwang aus Unsicherheit entsteht und doch gleichzeitig den Betroffenen Sicherheit gibt, da er sich mit der Handlung seiner selbst vergewissert. 

Nun setzte sich ein neuer Fahrgast ihm gegenüber und schimpfte kurz darüber, das dieser junge Mann seine Beine auf dem Sitz hatte. 
Glücklicherweise reagierte der Mann "nur" damit, das er seine Beine runter nahm und sie kreuzte. Eine Schutzgeste. 
Jedoch fingen seine Zwangshandlungen an sich zu verstärken und es kamen jetzt Ticks hinzu, die auch scheinbar ein Teil der Zwangshandlung waren. 
Ticks können Bewegungen sein, Gesichtszuckungen, Schulterzucken oder auch Töne, Wörter. 
In unserem Fall waren es kurze hustenähnliche Töne und gelegentlich ein Pfeifen. 
Das kann einen Unwissenden und insbesondere ein Kind irritieren und Angst machen. 
Dabei sind solche betroffenen Gefangene ihrer selbst und in der Regel ungefährlich. 
Jetzt folgte aber eine kurze Unterbrechung und er schaute scheinbar die Kinder an und sagte etwas unverständliches. 
Hier sei allen geraten davon auszugehen, das uns immer verborgen bleiben wird, was derjenige sieht und wahrnimmt. Er könnte uns als böse Gesichter sehen, oder als farbige Muster, oder als freundliche Wesen, als Lehrer oder Engel oder er nimmt uns nicht einmal wahr und sieht etwas ganz anderes. 
Denn beachte, wir können zwar die Ticks und Zwangshandlungen sehen, aber nicht, was sonst in dem Kopf eines anderen Menschen vorgeht. 
Ob er Schizophren ist oder depressiv, manisch oder Wahnhaft. Wir wissen es nicht und darum hier die wichtigsten Tipps die ich geben kann im Umgang mit solchen Betroffenen.

Am wichtigsten: Sprechen sie ihn nie an, ausser sie sind in einem Park oder auf einem grossem Platz. 
Der viele/ grosse/ weite und vor allem ruhige Platz ist wichtig, damit sie sich sicher genug fühlen können, ohne in Stress zu geraten, denn das verschlimmert die Situation für alle Beteiligten.
Zweitens: setzen sie sich möglichst weiter weg von ihm und sorgen sie gegebenenfalls dafür, das die Plätze um die Betroffenen leer bleiben, denn so bleibt der Stresspegel niedrig. Viele Betroffene brauchen viel Raum, um sich sicher zu fühlen. 
Des weiteren, auch wenn sie es gut meinen, nicht umarmen. Fragen sie keinesfalls was sie tun können, wohin er will oder ob er/ sie etwas zu essen oder Trinken möchte. Es irritiert die Betroffenen und sie können häufig mit dem Eindringen in ihre Privatsphäre nicht gut umgehen, dass heisst der Stresspegel steigt, sie werden nervös und misstrauisch und die Situation wird weniger kontrollierbar für alle Beteiligten.

Erklären sollte man es den Kindern unbedingt. In ganz normaler Lautstärke, so wie man eben Gespräche führt, denn zu lautes Reden oder zu leises sorgt wieder für erhöhten Stress und Misstrauen und kann Ticks verstärken. Den Kindern sollte man aber gleichzeitig sagen, das sie dabei die Eltern oder aus dem Fenster schauen sollen, um die Aufmerksamkeit nicht auf sich zu lenken, zum Schutze des Betroffenen. 

Wenn Sie wirklich helfe wollen, müssen sie Zeit mitbringen, Ruhe und viel Geduld. Holen sie sich dazu immer professionelle Hilfe heran. 
Es gibt den psychiatrischen Notdienst, die Polizei (bei Eigen- und Fremdgefährdung) und andere Hilfsorganisationen.  
Sollte jemand sich selbst oder dabei sein andere zu gefährden oder bereits dabei sein, rufen sie immer die Polizei und wenn es geht den Psychiatrischen Notdienst dazu. 
Sorgt immer dafür das alle ausser Reichweite gehen. Keinesfalls festhalten oder den Weg abschneiden! Das fördert die Aggressivität und das Misstrauen des Betroffenen und dieser kann sehr grosse Kräfte entwickeln, seien diese auch noch so kleine Personen. 

Sie können auch unbeobachtet den betroffenen fotografieren und Ort und Tageszeit sich notieren und dies an die Obdachlosenhilfe oder anderen Hilfsorganisationen und auch der Polizei weitergeben, wenn der Verdacht besteht, dass die Betroffenen auf der Strasse leben. Das ist gelegentlich der Fall. Leider. 

Allerdings sollte jeder Helfer wissen, das, wenn keine Eigen- und Fremdgefährdung besteht, nicht immer psychiatrisch geholfen werden kann und die Polizei oder andere Helfer "unverrichteter" Dinge gehen müssen. Dies ist vom Gesetzt so geregelt und die Betroffenen wollen nicht immer das man ihnen hilft, erkennen Hilfe nicht immer als solche oder sehen sich als gesund oder als einzige Normale an. Auch kann uns das Ausmass viel schlimmer erscheinen, als es die Betroffenen selbst empfinden, denn gerade Ticks und Zwangshandlungen bestehen sehr lange bevor sie auffällig werden und sind somit häufig bereits normaler Bestandteil des alltäglichen Lebens und der Leidensdruck hat sich verschoben bzw. die Grenzen der Eigenwahrnehmung zum Problem. 

In meinem Fall schien der junge Mann durchaus unter seinen Ticks zu leiden, denn er fing kurz leise an zu weinen und vergrub sein Gesicht in seine verschränkten Arme und schien sich mit den Händen am Rücken selber zu trösten und zu beruhigen. 
Ich wünschte die Kinder und auch der Mann der daneben sass, würden diesen jungen Mann mit weniger Unsicherheit, Unwissenheit und Ekel ansehen. Es war ein trauriger Anblick und ich hoffe, da draussen gibt es jemanden, der sich tatsächlich um ihn kümmert oder in Zukunft kümmern wird. Zu wünschen währe es ihm. Helfen konnte ich ihm in dem Moment in der S-Bahn nicht, aber ich kann ihm das Beste wünschen und ihm mit Respekt begegnen. 
Und ich kann dankbar für mein eigenes Leben sein, das sich doch so gut entwickelt hat. 

Licht & Liebe








Sonntag, 7. April 2013

Mops

Oh wie ich diese kleinen Hunde mag, obwohl.. eigentlich kann man nicht Hund dazu sagen, oder?
Mir ist schon klar hier gehen die Meinungen sehr auseinander.. Entweder man mag ihn oder nicht.
Das es sich hier durchaus um ein sehr intelligentes Tier handelt sollte allerdings ausser Frage stehen. Die sind gelegentlich nicht zu dick weil sie dumm sind, sondern weil Frauchen und Herrchen zu dumm sind.
Beissen tun sie auch nicht und das nicht, weil sie praktisch keine Schnauze haben... Im übrigen, in meinen Augen sind die Züchtungen ganz ohne Schnauze Tierquälerei... die ursprüngliche Züchtung hatte immer eine kleine Schnauze.
Allerdings waren die lieben Viecher einmal nur zu einem Grund da. Sie sollten wärmen. Das gilt durchaus für einige Schosshunde Rassen, die etwas älter sind. Nicht für die neuen kleinen Rassen aus der Zeit nach dem 2. Weltkrieg.
Nehmen wir den Pudel, einst und immer noch ein grosses Tier zum Jagen, genauer, zum apportieren gezüchtet. Dieser wurde klein "gemacht" damit Erstens die Damen Freude hatten, aber vor allem Bett und Stuhl vorgewärmt waren, denn die grossherrschaftlichen Häuser waren und sind trotz Kamin kalt und feucht. Die Schur der Frisur gab es tatsächlich auch schon bei den grossen Pudeln, ganz wie wir sie heute kennen. Nicht der Schönheit wegen, sondern zum Schutze des Hundes. Der Pudel hat nämlich vorwiegend im Wasser die Enten, Gänse und anderes Vogelgetier apportiert. Hätte er das schöne Wollfell überall dran, würde er gnadenlos ersaufen. Er saugte sich mit Wasser voll und sinkte in's tiefe, blaue Nass.
Zurück zum Mops.... da haben wir nicht nur immer wieder die modischen Erscheinungen der Massenkäufe und Fehlzüchtungen, sondern auch das ankleiden eines solchen. Nicht dass das ankleiden eines Hundes immer falsch währe, es gibt tatsächlich Rassen die brauchen bei Minusgraden zusätzlich einen Mantel. Der Mops gehört nicht dazu.
Aber wenn man schon einen solchen einkleidet, muss es solche Übertreibungen geben und dann wie auf dem Foto ist Frauchen halb nackt. Da frage ich mich durchaus als Stadtmensch... Was ist aus uns geworden? Verkehrte Welt?
Den Mops, ja den hätte ich auch gerne, aber diese Rasse kann in der Regel nicht gut alleine sein, es ist ein sehr anhängliches Tier. Da müsste man schon zwei, drei Möpse oder verschieden Hunde haben, wenn diese alleine zu Hause einstweilen verweilen müssen. Ab davon das ein Hund immer andere Hunde kennen sollte, damit er einfach Hund sein darf, sonst wird der Kirre. Das ist ein Tier und kein Mensch.
Aber die ganze Zeit sollte eh kein Hund daheim verweilen, das ist dann auch wieder Tierquälerei. Darum entscheide ich mich gegen einen solchen, solange ich ihm nicht das geben kann was er braucht. Was mich zu dem Punkt bringt, warum sich viele Hunde anschaffen, und dann nicht die Konsequenzen tragen wollen... Ich finde das recht dumm...
Selbst wenn ich ein Tier nur zur Pflege hatte, es war immer klar, das sich die Prioritäten um das Tier setzen... Das ist doch kein Gegenstand!
Wie kann man nur immer wieder so dumm sein, und dies ignorieren?!
Aber seien wir ehrlich, uns wird das Tierhalten ja auch so schön verkauft. Es sieht so leicht aus, so niedlich, so ohne Kompromisse. Selbst der Tierschutzbund, die Tierheime und ähnliche Institutionen, die immer wieder vor dem Problem der falschen Einschätzung warnen, verkaufen gleichzeitig- im Paradox lebend- die Tierhaltung als das einfachste, beste und leicht zu integrierende. Wohl wissend, dass dies nicht stimmt.

Nun.... sind wir also heute auf den Mops gekommen und nur, weil ich an einem Schaufenster die Auslage mit einem Mops ertappte. Hoffe es hat Euch dennoch erfreut die Zeilen gelesen zu haben und auch heute, wie immer wünsche ich Euch

LOVE & LIGHT
Licht & Liebe


Freitag, 28. Oktober 2011

Wohin gehen wir nur?

Wohin gehen wir nur in einem System der Pflege, die Menschen krank macht?

Wollen wir alle wirklich so ein Gesundheitssystem wie es jetzt ist, wo Patienten leiden, wo Angestellte leiden, auf Kosten weniger, die sich daran dumm und dämlich verdienen?
Wo wir auf der einen Seite Unterfinanzierung haben und auf der anderen Seite Gewinne, die kaum weitergegeben werden.
Was tun, wenn die Politik von Lobbyisten durchdrungen ist und gegen den Kunden entscheidet?
Wie kann es sein, das Patienten ewig warte müssen, bis sie versorgt werden? Wie kann es sein, das die Pflege alter Menschen entgegen dem Pflegeleitbild/ -pfaden, so kaum durchgeführt werden kann, wie es wünschenswert währe?
Wie kann es sein, das Ärzte keine praktische Ausbildung bekommen, bei der sie wirklich an der Hand geführt werden?
Wie können wir immer noch Medikamente en Masse verschreiben, wenn wir längst wissen, das dies selten gut hilft. Masse ist kaum Klasse. Warum werden immer noch alte Vorurteile gepflegt, statt sich zu öffnen und miteinander zu arbeiten? warum verschliesst sich die westliche Medizin immer noch sosehr gegenüber der östlichen?
Wie bringe ich die Gesellschaft dazu mehr Verantwortung ihrer eigenen Gesundheit gegenüber einzunehmen und weniger sich allein auf die Ärzte zu verlassen? Wie bringe ich eine Gesellschaft dazu sich auf sich selber zu besinnen, als alles der Politik zu überlassen?
Warum muss man immer noch darum kämpfen, mehr Personal zu bekommen, weil es sonst nur noch ausgebrannt ist..? Ja, in der Pflege ist Burnout keine Seltenheit mehr, Alkoholmissbrauch und Medikamentenmissbrauch haben zugenommen. Und doch hört man immer wieder, sie seien lediglich schlecht organisiert, man könne doch die Arbeit schaffen in dem Zeitraum der ihnen gegeben wird. Die Pflegekräfte sollten sich nicht so haben.
Warum nur hören Ärzte eigentlich immer weniger auf das Pflegepersonal, obwohl diese oft besser den Patienten einschätzen können? Die Ausbildung der Fach- und Pfleghilfskräfte wird immer anspruchsvoller und doch wird das Personal immer weniger ernst genommen, geschweige den deren Arbeitsaufwand erkannt, noch anerkannt. Immer mehr darf sich eine Pflegekraft um bürokratisches kümmern, denn sonst besteht die Gefahr in Rechtsfällen haften zu müssen. Gleichzeitig bleibt den Pflegekräften immer weniger Zeit das auszuführen, was geplant wird und gefordert wird, was sie eigentlich auch machen wollten, aber schlicht untergeht, aufgrund der Masse, was selbstredend zur Minderung der Klasse führt und dies wiederum wird den Pflegekräften zur Last gelegt. Obwohl sie immer öfter darauf hinweisen, das es Probleme gibt, das es so kaum zu schaffen ist, das mehr Personal dringend nötig ist; finden sie kaum Gehör. Immer öfter kämpft das Personal schon um Minuten oder Halbtagskräfte, damit sie ihre Arbeit schaffen können. Nicht zuletzt werden sie schlecht bezahlt.
Auch wenn man sich für diesen Job entschieden hat, muss man nicht damit zufrieden sein, was das Gehalt betrifft. !
Pflegekräfte tragen eine immense Verantwortung. Sie sollen alles sein; schlau, tüchtig, stabil, flexibel, ruhig, flink, geschickt, stark, emotionale Anteilnahme leisten können und Hoffnung verbreiten, Menschen auffangen und beruhigen, informieren und dokumentieren, im rechten Augenblick lachen und weinen und dennoch kritisch sein, keine Fehler machen, die Distanz wahren und doch gleichzeitig nah am Kunden sein; sich stetig fortbilden, Toleranz walten und möglichst auf Pausen verzichten und dem Arbeitgeber noch Zeit schenken, die sie eigentlich für ihr eigenes Privatleben brauchen, dieses aber soll der Arbeit untergeordnet werden, wenn möglich, denn ob mit oder ohne Kind, alle drei Schichten sollen bedient werden.

Ja, zu viele Fehler wurden gemacht in den letzten Jahren, nicht zuletzt von den Gewerkschaften selbst. Zu einseitig das Gesundheitssystem unter die Lupe genommen. Zu kurzsichtig gehandelt. Noch immer heisst die Lösung sparen. Noch immer soll der Kunde selber zahlen, statt z.b. die Krankenkassen mit der Pharmaindustrie die Preise neu aushandeln täten.
Noch immer handeln die Chefs nach der Devise Zuckerguss und Peitsche. Zu viele haben vergessen, das ein starkes Team, ein gesundes und effektives Team ist und mehr Freude, mehr Zufriedenheit und damit weniger Fehler und Arbeitsaufwand heisst. Das der gesunde Menschenverstand wieder die grössere Rolle spielen sollte, statt stures und unreflektiertes Handeln. Das Respekt und Anerkennung der Arbeit wichtig ist.
Viel zu sehr hat das Personal selbst angefangen aufzugeben und sich dem Trott ergeben. Viel zu oft haben sie Angst sich zu wehren, zusammenzuschliessen. Viel zu oft wurden Versuche dahingehend vereitelt eine Personalvertretung zustande zu bekommen. Die "Jungen" kennen ihr Rückrad noch nicht, die "Alten" fürchten keinen neuen Job mehr zu bekommen.
Sind sie schlecht informiert? Ja und nein. In der Ausbildung wird Arbeitsrecht bewusst nicht gelehrt oder nur minimal. Das gilt für viele Berufe, leider. Aber zu lesen gibt es viel. Informationsmaterial ist da und wird auch versucht über verschiedene Wege zu vermitteln. Sogar etliche Vereine und Organisationen gibt es., die alle das Ziel haben, sich in die Politik einzumischen und für bessere Bedingungen zu kämpfen. Aber all zu oft werden sie sich nicht einig, kämpfen nur einseitig, kämpfen nur dagegen, statt für eine Lösung und all zu oft trauen sie sich nicht wirklich laut zu werden, denn wer hört denn schon von Ihnen, wer hat von Ihnen schon gross gelesen?

Ja, wir bezahlen den Preis dafür, das in den letzten 40 Jahren nichts getan wurde- wider besseren Wissens, um es besser zu machen, die Situation zu vermeiden, die wir heute haben.
Was also tun, um selber nicht als Betroffener auf lange Sicht leiden zu müssen? Was tun, damit wir im Alter eine bessere Versorgung haben, wenn wir sie benötigen?
Wie schaffe ich am besten ein Bewusstsein für die Ernsthaftigkeit dieser Problematik im Volk?
Ja, im Volk! Nur von hieraus wird sich eine Veränderung erreichen lassen.
Leider mag die Bevölkerung der westlichen Ländern sich nicht gerne mit den Themen Krankheit und Tod, sowie Alter beschäftigen. Es ist ein so grosses Tabu. So gerne wird es weggeschoben, ignoriert, davon weg gerannt. Auch verlassen sich die meisten immer noch auf die Politik, auch wenn sie ihr kaum vertrauen und um die Lobbyisten wissen.
Wie kommen wir von der Theorie zur Praxis? Denn wir wissen um die Probleme und kommenden Probleme im Gesundheitssystem schon so lange, das es eigentlich keinen geben dürfte, der dies nicht mit offenen Augen vor sich sehen kann. Und doch, sind so viele erstaunt, schauen weg, schimpfen auf die falschen Leute.
Wie also schaffe ich Bewusstsein und Courage zur Tat?
Wie kreiere ich am besten Veränderung heute, damit mein Morgen besser?
Wer findet mit mir zusammen Lösungen für eine so grosse Herausforderung?
Sicher, sollten wir im Kleinen weitermachen, was wir begonnen. Reden, aufmerksam machen und den Mund aufmachen, wenn der Chef gewillt ist zuzuhören, aber auch sollten wir den Chef zum zuhören bringen. Muntern wir weiter Kollegen, betroffene und Angehörige auf, sich zu betätigen und für eine Verbesserung einzusetzen. Der Anfang ist bereits oftmals gemacht... machen wir weiter, weiter und immer weiter und.... lasst uns finden.. Zusammenfinden, Lösungen finden und auch mal ganz einfach Lösungen einfordern, für bessere Bedingungen wirklich laut werden!
Und doch frage ich mich, wie schaffe ich dies auf die breite Masse zu transferieren, Lösungen dabei zu erkennen und umzusetzen, denn die Zeit ist reif. Wer kann das Sprachrohr vergrössern, lauter machen, mehr Mut entfachen? Wie schaffe ich es den Verantwortlichen ihre Verantwortung dafür sichtbar zu machen, so dass sie anfangen für neue, bessere Bedingungen zu sorgen? Zu lange und zu oft haben sich viele davor versteckt oder die Dinge schön geredet, die Verantwortung mit einem Schulterzucken weitergereicht und so getan, als wenn sie Machtlos währen...
Wohin wollt ihr gehen..? Wollt ihr den gleichen Weg weiter gehen oder endlich die Kurve hinbekommen?

LOVE & LIGHT